ANZEIGE
Spies
Das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider
13.06.2024

Sanierungsdruck auf Logistikimmobilien in Deutschland nimmt zu

Zahlreichen Industrie- und Logistikimmobilien in Europa droht, mit zunehmendem Alter den Anforderungen der Nutzer nicht mehr gerecht werden zu können. Laut JLL sind in Deutschland 57 Prozent der Logistikimmobilien älter als 10 Jahre.
©: iStock (Symbolfoto)
Die Reduktion von CO2 ist in Deutschland besonders für Logistikdienstleister ein Thema: Mit 37 Prozent entfällt auf sie der größte Anteil mit diesem Nachhaltigkeitsziel.
Foto: iStock (Symbolfoto)

Zahlreichen Industrie- und Logistikimmobilien in Europa droht, mit zunehmendem Alter den Anforderungen der Nutzer nicht mehr gerecht werden zu können. Niedrige Energieeffizienz und hohe CO2-Emmissionen entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards, was dazu führt, dass Nutzer ihre ESG-Ziele schwieriger erreichen und sie sich daher auf die Suche nach nachhaltigeren Objekten begeben. Investoren müssen entsprechende Sanierungsmaßnahmen durchführen, damit ihre Logistikimmobilien wettbewerbsfähig bleiben und nicht zu Stranded Assets werden. Das sind die Kernaussagen des aktuellen Reports „Warehousing Retrofitting” der Immobilienberater von JLL

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Der Report belegt, dass rund 61 Prozent der Logistikimmobilien in West- und Zentraleuropa mehr als zehn Jahre alt sind und daher auf ihre Nachhaltigkeitsaspekte überprüft werden sollten. In Deutschland liegt die Quote bei 57 Prozent. Drängender ist die Situation in anderen etablierten westlichen Märkten: So sind in Belgien rund 82 Prozent der Logistikobjekte mehr als zehn Jahre alt, und auch Italien (79 Prozent) und Frankreich (75 Prozent) weisen einen hohen Anteil an älteren Bestandsimmobilien auf. Obwohl in zahlreichen Ländern der CEE-Region die umfassende Errichtung moderner Logistikimmobilien erst mit ihrem EU-Beitritt im Jahre 2004 begann, sind ältere Objekte dort ebenfalls in der Mehrzahl, wie in Ungarn (66 Prozent) oder in der Slowakei (62 Prozent).

ANZEIGE

„Veräußerungen unsanierter Logistikimmobilien werden mit Preisabschlägen abgestraft.“

Diana Schumann
Co-Head of Industrial & Logistics Investment JLL Germany
Die Reduktion von CO2 ist in Deutschland besonders für Logistikdienstleister ein Thema

Die Reduktion von CO2 ist in Deutschland besonders für Logistikdienstleister ein Thema: Mit 37 Prozent entfällt auf sie der größte Anteil mit diesem Nachhaltigkeitsziel. Dabei sind die Nutzungsarten und -services breit gefächert und erstrecken sich über alle Branchen. Mit Abstand folgen Nutzer aus den Segmenten E-Commerce (26 Prozent), Industrie (22 Prozent) und Handel (14 Prozent). Gerade Logistikdienstleister setzen dabei oft auf Neubauten, die grundsätzlich eine höhere Energieeffizienz erzielen können als sanierte Objekte, allerdings auch mit höheren Mietpreisen einhergehen.

Wann sanieren?

„Kleine Maßnahmen wie die Erneuerung von Lichtsystemen oder einfacher Technologien können bereits bei regulären Wartungen durchgeführt werden, auch eine Photovoltaikanlage kann auf einem vorgerüsteten Hallendach im laufenden Betrieb installiert werden“, sagt Sarina Schekahn, Head of Industrial & Logistics Agency JLL Germany. „Mieterwechsel oder Leerstandsperioden hingegen eignen sich optimal für umfangreichere Maßnahmen wie die Erneuerung von Heizungs-, Lüftungs- oder Klimatechnik. Dem längeren Leerstand steht eine Kapitalwertsteigerung der Immobilie gegenüber, während Nutzer von niedrigeren Versorgungskosten profitieren.“

Je nach Notwendigkeit können verschiedene Maßnahmen in unterschiedlichen Preisklassen getroffen werden. Mit zunehmendem Alter des Objekts steigt allerdings die Investitionshöhe für Modernisierungen. „In der Regel rechnen sich hohe Aufwendungen für Investoren nur, wenn sie in höheren Mieten und somit einer Kapitalwertsteigerung resultieren“, erklärt Diana Schumann, Co-Head of Industrial & Logistics Investment JLL Germany. „Allerdings dürfte sich der Sanierungsdruck mit zunehmender Regulierung noch weiter erhöhen. Einerseits dürften Nutzer vermehrt ESG-konforme Assets nachfragen, andererseits beschränken Finanzierer bereits jetzt oftmals Kredite auf diejenigen Gebäude, die den Dekarbonisierungs- und Energiezielen der EU entsprechen oder diese durch Nachrüstung erreichen können. Veräußerungen unsanierter Logistikimmobilien werden mit Preisabschlägen abgestraft.“

ANZEIGEN

Lesen Sie auch

Logistik-Investmentmarkt startet verhalten ins neue Jahr

Logistik-Investmentmarkt startet verhalten ins neue Jahr

Der deutsche Logistik-Investmentmarkt ist mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,2 Milliarden Euro in das Jahr 2026 gestartet. Damit liegt das Ergebnis rund 11 Prozent unter dem Q1-Wert des Vorjahres. Dies ergab eine Auswertung von BNP Paribas Real Estate.

Die finanzielle Realität der Kommunen bietet eine neue Offenheit

Die finanzielle Realität der Kommunen bietet eine neue Offenheit

Angesichts wachsender Haushaltsdefizite und eines massiven Investitionsstaus prüfen viele Kommunen Neuansiedlungen heute neu. Gefragt sind dabei belastbare Gesamtkonzepte. Sascha Petersmann erläutert in einem Gastbeitrag, warum sich damit für Projektentwickler, Investoren und Nutzer die Maßstäbe für erfolgreiche Standortentscheidungen grundlegend verschieben.

Das neueste

Webtalk: On the Road to Expo Real

Webtalk: On the Road to Expo Real

Am 1. Oktober war Ramp One, das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider, live auf Sendung. Fein portioniert diskutierten Branchenexperten im Vorfeld der Messe Expo Real Themen, die die Branche bewegen: das neue ESG-Label der Initiative Logistikimmobilien, die Logix-Studie zur kommunalen Wärmeplanung, den in diesem Jahr wieder ausgelobten Logix Award sowie das exklusive Interview mit Jan Dietrich Hempel im DVZ-Themenheft Logistikimmobilien.

WEITERLESEN

Beliebt bei unseren Lesern

Thielemann Group baut Logistikzentrum in Bayern

Die Thielemann Group investiert rund 30 Millionen Euro im oberpfälzischen Wernberg-Köblitz. Auf einem Grundstück von rund 53.000 Quadratmetern wird das Unternehmen nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr den Bau eines neuen Logistikzentrums mit einer Fläche von über...

Logistikimmobilienmarkt 2023: Neubauvolumen sinkt deutlich

Nach Angaben der Logistikimmobilienspezialisten von Logivest ging im Jahr 2023 das Neubauvolumen am Logistikimmobilienmarkt spürbar zurück. Das ergab die Auswertung eigener Researchdaten, so das Unternehmen. Demnach erfolgte in 2023 der Baustart von insgesamt rund 3,8...

Ramp One 2026

Deutschland und seine Logistikregionen

Newsletter abonnieren!

Der kostenlose Newsletter für erstklassige Informationen aus der Welt der Logistikimmobilien.

Aus unseren Rubriken

Jonas Hitz leitet Deutschlandgeschäft für Chancerygate

Neuer Head of Germany mit Sitz in Berlin: Jonas Hitz wechselt vom Light Industrial-Immobilieninvestor und -entwickler Beos zu Chancerygate.

Der Immobilienentwickler und Asset Manager Chancerygate mit Hauptsitz in London expandiert nach Deutschland. Der nach eigener Aussage britische Marktführer für urbane Logistikimmobilien hat ein Büro in Berlin eröffnet und Jonas Hitz zum Head of Germany ernannt.

MLP Group erreicht 2025 Bestwert bei Vermietungen

Der Logistikpark MLP Pruszków II bei Warschau ist eines der Schlüsselprojekte im Portfolio des Entwicklers. Erst im Februar 2026 erweiterte der Elektronikanbieter Cordon Electronics die angemietete Fläche und verlängerte den bestehenden Mietvertrag.

Die MLP Group hat im Geschäftsjahr 2025 Mietverträge über insgesamt 370.941 Quadratmeter unterzeichnet und damit ein für das Unternehmen „historisches Vermietungsergebnis“ erreicht. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozen

Segro Park Berlin Airport erhält neue Flächen

Der Segro Park Berlin Airport befindet sich wenige Minuten vom Flughafen Berlin Brandenburg, der Autobahn A113 und der Berliner Innenstadt entfernt.

Segro hat in seinem Logistikpark nahe dem BER einen weiteren Bauabschnitt abgeschlossen. Die Erweiterung umfasst spekulativ errichtete Flächen mit insgesamt 27.500 Quadratmetern. Entstanden sind insgesamt neue 20 Einheiten, von denen sieben bereits vermietet sind.