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Bulwiengesa und ImmoScout24 veröffentlichen erstes Gewerbe Barometer

Bulwiengesa und ImmoScout24 haben erstmals gemeinsam eine Analyse für den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt veröffentlicht. Das Ergebnis zeigt: Der Markt entwickelt sich nicht einheitlich, sondern zunehmend differenziert nach Lage, Qualität und Nutzung.
©: Bulwiengesa
Laut Gewerbe Barometer ist die Nachfrage derzeit zwar insgesamt robust, liegt aber deutlich unter dem Niveau der Boomjahre.
Foto: Bulwiengesa

Das Beratungs- und Analyse- und Bewertungsunternehmen Bulwiengesa und der Online-Marktplatz für Immobilien ImmoScout24 haben erstmals gemeinsam eine Analyse für den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt veröffentlicht. Für das sogenannte Gewerbe Barometer werden die kontinuierlichen Markt- und Transaktionsdaten von Bulwiengesa mit den Angebots- und Nachfragedaten aus Millionen Inseraten von ImmoScout24 kombiniert. Das Ergebnis zeigt: Der Markt entwickelt sich nicht einheitlich, sondern zunehmend differenziert nach Lage, Qualität und Nutzung.

Laut der Analyse bleiben Logistik- und Industrieimmobilien eine stabile Nutzungsklasse. Die Nachfrage sei zwar insgesamt robust, liege jedoch unter dem Niveau der Boomjahre. Das Neubauvolumen betrug 2025 rund 4,3 Millionen Quadratmeter und entwickelt sich leicht rückläufig – bei gleichzeitig gut gefüllter Pipeline für die kommenden Jahre.

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Was sich spürbar verändert, ist die Marktstruktur: Während Top-Logistikregionen stabil bleiben, steigen die Leerstände in sekundären Standorten. Spitzenmieten legen in etablierten Regionen weiter zu, verlieren aber abseits dieser Standorte an Dynamik. Im gewichteten Durchschnitt der A-Stadt-Logistikregionen liegen sie aktuell bei knapp 10 Euro pro Quadratmeter. Den höchsten Wert verzeichnet München mit 10,90 Euro pro Quadratmeter.
Die Angebotsdaten von ImmoScout24 bestätigen diesen Trend: Seit 2022 ist das Angebot um rund 80 Prozent gewachsen. „Wir sehen aktuell eine deutliche Entspannung auf der Angebotsseite. Während die Flächenverfügbarkeit stark gestiegen ist, differenziert sich die Nachfrage immer stärker – insbesondere kleinere Einheiten und gut angebundene Standorte werden gezielt nachgefragt“, erläutert Kristian Kehlert, Lead Data Analyst bei ImmoScout24.

Geopolitik und internationale Investoren als neue Treiber

Weiter ergab die Analyse, dass der Logistikmarkt zunehmend von strukturellen Faktoren geprägt wird, die über klassische Wachstumstreiber wie den E-Commerce hinausgehen. Verteidigungsnahe Unternehmen sowie öffentliche und sicherheitsrelevante Akteure fragen verstärkt Flächen für Produktion, Lagerung und die Absicherung von Lieferketten nach. Parallel dazu nimmt das Interesse internationaler Investoren und Nutzer, insbesondere aus Asien, wieder zu. Logistikdienstleister und Produktionsunternehmen suchen gezielt nach stabilen Standorten in Europa und stärken damit die Nachfrage in etablierten Regionen.

Gefragt sind zunehmend spezialisierte, infrastrukturell gut angebundene Flächen in strategischen Lagen. Standardisierte Objekte in weniger etablierten Regionen verlieren dagegen an Attraktivität — ein Trend, der die Differenzierung im Markt weiter verstärkt.

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„Wir sehen aktuell eine deutliche Entspannung auf der Angebotsseite. Während die Flächenverfügbarkeit stark gestiegen ist, differenziert sich die Nachfrage immer stärker – insbesondere kleinere Einheiten und gut angebundene Standorte werden gezielt nachgefragt.“

Kristian Kehlert

Lead Data Analyst bei ImmoScout24

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