Laut dem aktuellen Marktbericht „LIP Up to date – Logistikimmobilien Deutschland“ von LIP Invest hat der deutsche Investmentmarkt für Logistikimmobilien im 2. Quartal ein Transaktionsvolumen von 1,5 Milliarden Euro erreicht. Für das 1. Halbjahr summiert sich das Volumen auf 2,6 Milliarden Euro und liegt damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Zwar hätten mehrere größere Abschlüsse das Ergebnis des 2. Quartals unterstützt, heißt es in der Analyse. Das Marktgeschehen werde allerdings weiterhin vor allem von Transaktionen im kleinen und mittleren Volumenbereich geprägt.

Artikel
von Tim-Oliver Frische
Ein Fokus des Marktberichtes liegt auf den Chancen, die die steigende Nachfrage aus dem Defence-Bereich bieten. Nach Einschätzung von LIP Invest können Defence-bezogene Nutzungen in unterschiedlichen Immobilientypen untergebracht werden. Logistikaufgaben bilden dabei einen Teilbereich. Die aktuelle Auftrags- und Vermietungslage für die Logistik rüstungsnaher Güter sei jedoch noch überschaubar.
„Rüstung ist ein neuer Flächentreiber wie die etablierten Treiber E-Commerce, Automotive, Kühl- oder Gefahrgut, was sich natürlich positiv auf den Logistikimmobilienmarkt auswirkt. Aber damit lösen wir nicht die zentralen Herausforderungen unserer Branche: Stromverfügbarkeit, Genehmigungsverfahren sowie Finanzierungen sind aktuell die Knackpunkte. Durch die Menge an Berichterstattung zum Thema Defence wird ein falscher Markteindruck der Logistik suggeriert, so viel kommt leider noch nicht an“, sagt Sebastian Betz, geschäftsführender Gesellschafter von LIP Invest.
Er ergänzt: „Für Investoren bleiben Drittverwendungsfähigkeit, Standortqualität und Zukunftsfähigkeit die zentralen Ankaufskriterien. Und die sind bei sogenannten Rüstungsobjekten in Bezug auf Standort und Objektkriterien nicht zwangsläufig gegeben. Neue Fonds ausschließlich für Rüstungsobjekte zu strukturieren, halten wir für falsch, allein schon aus Gründen der Diversifizierung.“
Vermietungsmarkt über Niveau
Der Vermietungsmarkt verzeichnete eine wachsende Nachfrage und erreichte im 2. Quartal einen Flächenumsatz von 1,9 Millionen Quadratmetern. Einschließlich der neu gebauten Flächen wurden im 1. Halbjahr insgesamt 3,3 Millionen Quadratmeter umgesetzt. Damit lag der Vermietungsmarkt über den jeweiligen Halbjahreswerten der vergangenen drei Jahre.
Die Neubautätigkeit blieb dagegen niedrig. Im 2. Quartal wurden rund 800.000 Quadratmeter Logistikfläche fertiggestellt beziehungsweise als Neubauvolumen erfasst. Nach Angaben von LIP Invest ist dies das niedrigste Halbjahresniveau seit zehn Jahren.
Renditen für Neubauten steigen
Demgegenüber haben die Bruttoanfangsrenditen für Logistikimmobilien im 2. Quartal weiter angezogen. Für Neubauten bewegte sich die Spitzenrendite laut LIP Invest zwischen 5 Prozent und 5,4 Prozent. Die Bandbreite zeige ein zunehmend unterschiedliches Transaktionsgeschehen, heißt es.
Die niedrigsten Renditen von rund 5 Prozent werden derzeit bei kleineren Neubauten mit langfristiger Vermietung an Unternehmen mit hoher Bonität und an etablierten Standorten erzielt. LIP Invest erwartet, dass sich der Renditeanstieg in den kommenden Quartalen fortsetzen kann. Voraussetzung dafür ist, dass die Auswirkungen des Iran-Konflikts die Kapitalmärkte und das Finanzierungsumfeld weiter beeinflussen.
Der vollständige Marktbericht „LIP Up to date – Logistikimmobilien Deutschland“ kann kostenfrei unter https://www.lip-invest.com/downloads heruntergeladen werden.
255.500 m²
Flächenumsatz wurden im 1. Halbjahr 2026 im Ruhrgebiet erzielt.

















