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Millionen-Investition in Hamburg-Billbrook

Der Münchener Eigennutzer Group7 plant für 36 Mio. EUR ein neues Logistikcenter. 200 zusätzliche Arbeitsplätze werden angestrebt. Die Nutzungsdauer soll bei 50 Jahre liegen.
©: GROUP7
Das geplante Group7-Logistikcenter in Hamburg-­Billbrook in Zahlen: 40.000 m² Grundstücksfläche, 26.000 m² Lagerfläche, 34 Ladetore.
Foto: GROUP7

Laut BNP Paribas Real Estate war es in den vergangenen 15 Monaten in der Top-Logistikregion Hamburg „ruhig“. Neue Logistikflächen von 11.400, 11.700 und 12.100 m² seien zwar angekündigt, „aber das sind eher durchschnittliche Flächengrößen“, heißt es aus dem zuständigen Ressort des Beratungsunternehmens. Zwei Projekte indes sprengten diese Flächenumsätze: Das Mach-2-Projekt in Hamburg-Wilhelmsburg, Deutschlands erste doppelgeschossige Logistikanlage (die DVZ berichtete), und die neu geplante Logistikimmobilie von Group7 mit 26.000 m² in Hamburg-Billbrook. Für Letztere greift Vorstand Günther Jocher tief in die Tasche: 36 Mio. EUR investiert der Familienunternehmer in das Grundstück und den Logistikneubau. 200 neue Arbeitsplätze sollen entstehen und die Nutzungszeit bei 50 Jahren liegen. „Die ersten Kubikmeter werden Anfang 2021 bewegt“, bestätigt der Manager.

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von Tim-Oliver Frische

Nachhaltigkeit sticht

Demnach wird das von Group7 geplante und genutzte Logistikcenter auf einer Grundstücksfläche von 40.000 m² errichtet. Neben den Lager- und Kommissionierarbeiten plant der Manager im Neubau vor allem logistische Services wie Set- und Displaybau, Montage-, Aufbereitungs- und Reparaturarbeiten, Aerospace-Logistik sowie Fulfillment-Dienstleistungen für den Cross-Border-E-Commerce. „Und da wir viele Services entlang der Wertschöpfungskette anbieten, benötigen wir dafür auch einen entsprechend hohen Anteil an qualifiziertem Personal“, kündigt Jocher an.

Warum der Logistikdienstleister den Zuschlag für die umworbene Liegenschaft erhielt, bringt Rolf Strittmatter, Geschäftsführer des Wirtschaftsförderers Hamburg Invest, schnell auf den Punkt: „Eine vielseitige Value-Added-Service-Logistik und neue Arbeitsplätze für die Region.“ Zudem sei die Nachhaltigkeitsstrategie des Familienunternehmens ein „wesentlicher Faktor bei der Entscheidung“ gewesen. Alle Group7-Logistikanlagen an den Standorten München, Frankfurt/Main und Neuss sind bisher nach Standards der Deutschen Gesellschaft für ­Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit Gold ausgezeichnet worden.

Freut sich über den Ansiedlungserfolg: Group7-Vorstand Günther Jocher. (Foto: GROUP7)

Lage, Lage, Lage

Für Jocher lagen die Gründe, sich für dieses Grundstück im Südosten Hamburgs zu entscheiden, auf der Hand: „13 km zum Hamburger Hafen, 16 km zum Flughafen, sechs Minuten zur A1-Autobahn-Anschlussstelle Hamburg-Moorfleet und 1 km zur S-Bahn-Station Billwerder-Moorfleet – das ist der Traum eines Logistikers“, freut sich der Vorstand. Mehr als vier Jahre hatte er darauf hingearbeitet. Denn „ein erweiterter Standort in Hamburg bedeutet für die internen Prozesse des Unternehmens kürzere Transportwege, eine effizientere Lieferkette und eine Reduzierung des Warentourismus“, führt der Manager weiter aus.

Passende Ergänzung

Der Logistikdienstleister mit Hauptsitz in Schwaig ist seit seinem Gründungsjahr 2006 mit einer Niederlassung in Hamburg präsent – eine von insgesamt neun in Deutschland. Der Logistikneubau soll eine „passende Ergänzung zum Standort Willhoop 3 mit seinen speditionellen Dienstleistungen rund um See- und Luftfracht sowie Landverkehre sein“, erklärt Eigennutzer Jocher.

Das Logistikcenter in Hamburg-Billbrook wird wie seine „Vorgänger“ nach den DGNB-Richtlinien geplant und soll die Gold-Zertifizierung erhalten. Neben den 26.000 m² Lagerfläche sind 1.800 m² für Büroflächen vorgesehen. Zudem sollen 34 Ladetore die notwendige Flexibilität an der Rampe sicherstellen. (sr)

Platz im Norden
Zwei der von BNP erwähnten Logistikflächen kann das Beratungsunternehmen Bulwiengesa in Hamburg in seiner Datenbank direkt zuordnen: Die Neubaufläche von 12.100 m² trifft auf zwei Amazon-Verteilzentren in Kaltenkirchen-Nützen und Bad Oldesloe zu. Die 11.400 m² passen zur Fertigstellung einer Halle im ­Episo Logistikpark Hamburg. Das Mega-Hub-Projekt von DHL in Hamburg-Neuland ist unterdessen Anfang des Jahres abgesagt worden. Allerdings sieht das Analyseunternehmen in seinem Datenbestand noch den Panattoni Park in Kaltenkirchen und diverse Eigennutzer-Entwicklungen in der Logistikregion Hamburg.

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