ANZEIGE
Spies
Das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider
26.11.2020

Suche: Fachkräfte. Biete: Kletterwand

Warum es wenig hilfreich wäre, die wenigen verfügbaren Grundstücke einfach nur schnell nach Schema F zu bebauen, erläutert Jim Hartley, Business Unit Director Northern Europe bei Segro, in seinem Gastbeitrag für Ramp One.
©: Segro
SEGRO entwickelte neues Projekt für Zalando in Verona. Die Vorgabe war, besonders auf ein attraktives Umfeld für die Mitarbeiter zu achten.
Foto: Segro

Die Expansionsmöglichkeiten für Logistikunternehmen hängen maßgeblich von drei Kriterien ab: erstens der Auftragslage, zweitens der Flächenverfügbarkeit und drittens dem lokalen Arbeitsmarkt. Während angesichts von COVID-19 vor allem im E-Commerce, aber auch in anderen Branchen eine hohe Nachfrage nach Logistikdienstleistungen besteht, sind die Flächen nach wie vor äußerst begrenzt. Es wäre jedoch wenig hilfreich, wenn die wenigen verfügbaren Grundstücke einfach nur schnell nach Schema F bebaut würden. Schließlich muss eine Logistikimmobilie auch ausreichend Fachkräfte anziehen, damit sie langfristig in voller Auslastung genutzt werden kann.

Moderne Logistikimmobilien werden daher gezielt unter dem Gesichtspunkt der Arbeitgeberpositionierung entwickelt – sowohl im Build-to-Suit-Bereich als auch bei spekulativen Entwicklungen. Schließlich sind eine gute Erreichbarkeit der Immobilie, ein angenehmes Raumklima und genug Tageslichteinfall für sich allein genommen schon lange nicht mehr ausreichend, um einen Arbeitnehmer zu begeistern. Vielmehr sollte die Logistikimmobilie – ähnlich wie es bei modernen Büroimmobilien der Fall ist – Möglichkeiten zum kreativen Austausch bieten. Erste Anlaufstelle dafür ist der Gemeinschaftsraum, der auch in einer Logistikhalle durchaus modern und einladend gestaltet sein kann: mit gemütlichen Möbeln und einem Raumkonzept, das von einem Innenarchitekten detailliert ausgearbeitet wurde.

Gastbeitrag

Von Jim Hartley, Business Unit Director Northern Europe bei SEGRO

Identifikationspotenziale schaffen

Was vielleicht im ersten Moment nach einer Spielerei oder einem unwichtigen Zusatz klingen mag, erfüllt gleich zwei wichtige Funktionen. Erstens kann Architektur die Werte eines Unternehmens widerspiegeln, sei es schlichte und geradlinige Effizienz oder auch ein besonderes Umweltbewusstsein, das sich in „grünen“ Elementen wie Pflanzen oder sogar einer bepflanzten Wand widerspiegeln kann. Dies verbessert wiederum das Raumklima signifikant und erhöht den Wohlfühlfaktor für Angestellte.

Noch wichtiger ist es jedoch, dass das Unternehmen den Raum für Gespräche und kreativen Austausch gibt. Die Beziehung zu den Kollegen ist eines der wichtigsten Kriterien für einen Arbeitnehmer, langfristig im Job zu bleiben – oder eben nicht. Mit anderen Worten: Durch Maßnahmen wie diese werden Identifikationspotenziale geschaffen, die völlig losgelöst von den täglichen Arbeitsabläufen dazu beitragen können, einen Arbeitnehmer langfristig zu binden. Die Immobilie wird zur Visitenkarte des Unternehmens. Für einen Projektentwickler kann es sich durchaus lohnen, gemeinsam mit dem Mieter ein Konzept zu erarbeiten, selbst wenn dies nicht zu den klassischen Pflichten eines Vermieters gehört. Schließlich sorgt eine höhere Arbeitgeberattraktivität für eine mögliche höhere Mietertreue, die sich letztlich ökonomisch für beide Seiten rechnet.

Die Außenbereiche können und sollten ebenfalls unter diesen Gesichtspunkten konzipiert werden. Ein Grünbereich mit Sitzbänken kann genauso förderlich sein wie eine Kantine, ein Fitnessstudio, ein Basketballfeld oder eine Kletterwand – je nachdem, welche Angebote bereits im jeweiligen Gewerbegebiet vorhanden sind und wie diese sinnvoll ergänzt werden können. Dabei kann es durchaus der bessere Weg sein, auf einige Quadratmeter Logistik- und Lagerfläche zugunsten eines ausgewogeneren Gesamtbilds zu verzichten. Natürlich gibt es auch Management-Maßnahmen, um die Qualität bestehender Areale aufzuwerten: Eine Kooperation mit lokalen Food-Trucks kann beispielsweise das kulinarische Angebot vielfältiger machen – unabhängig davon, ob es vor Ort Platz für ein Restaurant gibt oder nicht. Die Größe des Areals spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Entsprechende Maßnahmen sind in urbanen Gewerbeparks mit breitem Mietermix auf kleineren Flächen genauso möglich wie für die Single-Tenant-Big-Box mit 150.000 Quadratmeter Gesamtfläche.

ANZEIGE

Schlüsselfaktor Ökologie

Besonders den Arbeitnehmern der sogenannten Generationen Y und Z, also grob gesagt der nach 1980 Geborenen, ist es wichtig, eine sinnstiftende Aufgabe zu erfüllen. Das bedeutet unter anderem, mit der eigenen Arbeit keinen Schaden an Menschen und Umwelt anzurichten. Nachhaltigkeitskriterien wie beispielsweise die Energiebilanz einer Logistikimmobilie werden also genauso zur Visitenkarte wie Design und Freizeitangebot. Auch in der deutschen Logistikbranche beginnt ein spürbarer Generationenwechsel, sodass immer mehr Schlüsselpositionen mit den Vertretern dieser Generationen besetzt werden.

Daher suchen Entwickler nach ständig neuen Wegen, um Logistikimmobilien so nachhaltig wie möglich zu planen und umzusetzen. Seit einigen Jahren haben sich Photovoltaikpaneele auf den Dächern als ökologisch wertvolle und auch wirtschaftliche Alternative zur lokalen Stromerzeugung durchgesetzt. Perspektivisch könnten für größere Areale Windkraftanlagen oder auch Blockheizkraftwerke errichtet werden.

Aber auch Außenflächen lassen sich klimafreundlich gestalten – vor allem mit Blick auf die regionale Tier- und Pflanzenwelt. Je nach Standort und Immobilie können unter anderem Bienenstöcke, Insektenhotels oder Vogelnisthöhlen installiert werden. In Italien gibt es sogar bereits Beispiele für ganze Schafs- und Büffelherden, die nicht nur die Herstellung lokaler Produkte wie Wolle oder Mozzarella ermöglichen, sondern zudem die ungeliebte Aufgabe des Rasenmähens übernehmen. Auf diese Weise profitieren alle Beteiligten – sowohl der Vermieter als auch der Mieter und selbst der Facility-Manager.

„Moderne Logistikimmobilien werden gezielt unter dem Gesichtspunkt der Arbeitgeberpositionierung entwickelt – sowohl im Build-to-Suit-Bereich als auch bei spekulativen Entwicklungen.“

Lesen Sie auch

DKB ergänzt Partnernetzwerk von Bulwiengesa

DKB ergänzt Partnernetzwerk von Bulwiengesa

Bulwiengesa baut das Partnernetzwerk für seinen Development Monitor aus. Neben dem bereits beteiligten BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V. unterstützt nun auch die Deutsche Kreditbank die Analyse-Plattform.

GLP heißt zukünftig Marq Logistics

GLP heißt zukünftig Marq Logistics

Die globale Marke GLP ist Geschichte. Wie der Mutterkonzern Ares Management Corp mitteilt, sollen die weltweiten Aktivitäten im Bereich Logistikimmobilien unter der neuen Marke Marq Logistics zusammengefasst werden – mit Ausnahme von China.

Das neueste

Webtalk: On the Road to Expo Real

Webtalk: On the Road to Expo Real

Am 1. Oktober war Ramp One, das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider, live auf Sendung. Fein portioniert diskutierten Branchenexperten im Vorfeld der Messe Expo Real Themen, die die Branche bewegen: das neue ESG-Label der Initiative Logistikimmobilien, die Logix-Studie zur kommunalen Wärmeplanung, den in diesem Jahr wieder ausgelobten Logix Award sowie das exklusive Interview mit Jan Dietrich Hempel im DVZ-Themenheft Logistikimmobilien.

WEITERLESEN

Beliebt bei unseren Lesern

GLP mit Vollvermietung in Mönchengladbach

GLP hat einen weiteren Mieter für sein Logistikzentrum Mönchengladbach Regioparkring gefunden. Damit sei das 134.000 Quadratmeter große Logistikzentrum nun vollständig vermietet, heißt es in einer Mitteilung. Die letzten vier Einheiten mit einer Gesamtfläche von rund...

Stadtrandnahe Flächen sind gefragt

Deutschland ist mit Abstand der größte Markt für Logistik- und Industrieimmobilien in Europa. Derzeit gibt es hierzulande rund 68 Mio. m² investorenrelevante Logistikfläche – mit steigender Tendenz. „Die Logistik hatte 2018 einen Anteil von 10 Prozent am gesamten...

HIH Invest kauft Logistikneubau in den Niederlanden

HIH Invest Real Estate (HIH Invest) hat einen Logistikneubau in den Niederlanden für den Spezialfonds HIH Deutschland+ Core Logistik Invest erworben. Verkäufer ist ein Joint Venture aus dem Projektentwickler Dudok Real Estate und dem Bauunternehmen Bouwbedrijf...

Deutschland und seine Logistikregionen

Newsletter abonnieren!

Der kostenlose Newsletter für erstklassige Informationen aus der Welt der Logistikimmobilien.

Aus unseren Rubriken

Garbe Industrial strukturiert Geschäftsführung neu

Arbeitet noch bis Jahresende 2026 vollumfänglich in der Geschäftsführung, dann wird er das Unternehmen verlassen: Jan Dietrich Hempel trat 2009 ins Unternehmen ein, wurde 2011 zum Vorstand der Garbe Logistic AG berufen und ist seit Mai 2016 Geschäftsführer bei Garbe Industrial.

Garbe Industrial stellt sein Führungsteam neu auf. Mit der Reorganisation reagiert das Unternehmen auf veränderte Marktbedingungen und will sich stärker an den Anforderungen seiner Kunden ausrichten. Jan Dietrich Hempel verlässt das Unternehmen zum Jahresende.

DKB ergänzt Partnernetzwerk von Bulwiengesa

Bulwiengesa baut das Partnernetzwerk für seinen Development Monitor aus. Neben dem bereits beteiligten BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V. unterstützt nun auch die Deutsche Kreditbank die Analyse-Plattform.

Bauwo vermietet an „Müller – Die lila Logistik“

Der Logistikpark befindet sich im Industrie- und Gewerbegebiet Dombühl-Süd mit Anschluss an die Autobahnen 6 und 7.

Bauwo hat zwei der drei Bauteile seines im Bau befindlichen Logistikparks Dombühl vermietet. Das Unternehmen „Müller – Die lila Logistik“ sichert sich in der Build-to-Suit-Immobilie rund 52.000 Quadratmeter Nutzfläche. JLL hat den Vermieter beraten und den Abschluss vermittelt.

Aventos Group meldet Vollvermietung in Leverkusen

Aventos hat in seiner Logistikliegenschaft Bento Leverkusen per Green-Lease-Mietvertrag insgesamt 16.500 Quadratmeter langfristig an Westmax Consulting vermietet. Zuvor hatte sich im Januar 2023 der Grillfachhändler Santos Grills Flächen gesichert.

Sonar Real Estate berät bei zwei Ankäufen

Sonar hat den Ankauf von zwei großflächigen Logistikimmobilien als Transaktionsmanager auf Käuferseite strukturell begleitet. Die Objekte in München-Schwaig und Donauwörth wurden an einen von der Starwood Capital Group beratenen Spezialfonds veräußert.