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„Die Ausreden hören endlich auf“

Im Ramp One-Interview spricht Fred-Markus Bohne, Managing Partner bei Panattoni für Deutschland und Österreich, über die Spitzenreiterposition von Panattoni in der Bulwiengesa-Studie „Logistik und Immobilien 2022“, über die aktuellen Herausforderungen der Logistikimmobilienbranche sowie die herausragende Rolle von Revitalisierungsvorhaben und Nachhaltigkeit.

© Team Tosse

Flottes Teamplay: Fred-Markus Bohne ist Baseball-Fan und unterstützt die Jugend-Mannschaft der „Hamburg Marines“. Als „Stand-Geschenk“ auf der Expo Real in München überraschte er den Interviewer mit Cap und Trikot. Das Cap blieb während des gesamten Gesprächs auf dem Kopf.

© Team Tosse

Tim-Oliver Frische/Ramp One: Lieber Fred-Markus Bohne, klasse, dass wir uns wieder einmal auf der Expo Real treffen. Bulwiengesa hat hier gerade ihre Logistikimmobilien-Studie 2022 veröffentlicht. Ihr als Panattoni seid top, sogar Spitzenreiter.

Fred-Markus Bohne: Wir haben es geschafft, nicht nur bei den aktuellen Entwicklungen auf Nummer Eins zu kommen, sondern auch bei den fertiggestellten Projekten seit 2017. Da sind wir das erste Jahr insgesamt führend. Auf die Platzierung sind wir sehr stolz und sie gibt uns die Zuversicht, dass unser Konzept und unser Produkt gut ist, aber auch, dass unsere Dienstleistungen für unsere Kunden und Logistiker angenommen werden. Gleichzeitig hoffen wir, dass es nicht nur bei diesem einen Jahr bleibt. Denn wir haben viel vor und wollen uns weiterentwickeln. Im Moment ist die gesamtwirtschaftliche Situation etwas getrübt, trotzdem glaube ich, dass wir mit unserem Konzept und unserer Flexibilität weiterwachsen, nach vorne gehen und noch viel mehr Leistungen für unsere Kunden anbieten können.

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von Tim-Oliver Frische

Lass uns doch mal über konkrete Zahlen sprechen: 1.999.000 Quadratmeter Logistikfläche von Panattoni entwickelt zwischen 2017 und 2022. Die Nummer Zwei ist eine halbe Million Quadratmeter dahinter … 

(lacht) … wir sind stolz darauf, absolut, aber wir bilden uns auch nichts darauf ein. Es ist vielmehr noch mehr Ansporn für die Zukunft, dass wir weiter diesen Weg gehen und unsere Aufstellung noch weiter optimieren. Du wirst eines nicht von uns erleben, dass wir uns satt und bequem nach hinten lehnen. Deshalb hoffe ich, dass nächstes Jahr noch ein paar Quadratmeter mehr hinzukommen.

Das ist der Punkt. Panattoni hat ja auch noch enorm viel in der Pipeline. 1,8 Millionen Quadratmeter geplanter Logistikfläche.

Das haben wir uns erfolgreich erarbeiten können mit einem tollen Team. Wir konnten damit viele Grundstückspositionen entwickeln und sind auch auf dem deutschen Markt durchdringend. Es gibt fast keine Region mehr, wo wir nicht stark vertreten sind und unseren Kunden Lösungen anbieten können. Damit werden wir dann auch immer interessanter, weil die Kunden wissen, dass Panattoni sehr flexibel in der Lage ist, überall in Deutschland wie auch im europäischen Ausland Immobilienlösungen anzubieten.

Ich würde gerne die Gelegenheit nutzen, mit so einem Erfolg im Hintergrund zurückzuschauen in die Vergangenheit, was da alles entstanden ist. Panattoni hat Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf, Mannheim, Berlin und München seit Ende 2021. Außerdem dehnt ihr euch aus in Richtung Europa. Österreich ist hinzugekommen sowie Schweden. Und auch in Asien seid ihr jetzt aktiv.

Ja, wir sind tatsächlich sehr expansiv unterwegs. In Deutschland haben wir damals mit einer Handvoll von Mitarbeitenden angefangen, jetzt sind wir 120 an unseren Standorten. Weitere Niederlassungen werden in nächster Zeit hinzukommen. Wir schauen dabei in Richtung Hannover und Nürnberg, um dort die richtige Marktpräsenz zeigen zu können. Auch in Europa wachsen wir. Nach Großbritannien haben wir die Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal hinzugenommen. Mittlerweile haben wir auch in Skandinavien unseren Fußabdruck hinterlassen. In Schweden sind wir innerhalb von drei Monaten Marktführer geworden durch eine hervorragende Leistung unseres Teams vor Ort. Jetzt machen wir Logistikimmobilienentwicklungen sogar in Indien auf einem Riesen-Markt mit mehr als 1,2 Milliarden Menschen, die dort leben. Auch hier haben wir Mitarbeitende vor Ort, so, wie wir es immer machen für eine profunde Marktkenntnis. Man sieht dabei, dass das Konzept ‚Panattoni‘ funktioniert, nämlich in jedem Markt zu schauen und zu verstehen, wie die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort konkret aussehen, um genau nach diesen Anforderungen zu agieren.

Ihr seid Brownfield-Spezialisten. Ich finde dafür die Machbarkeitsstudie, die gerade aufgesetzt wurde vom Fraunhofer Institut und dem Deutschen Brownfield Verband sehr interessant. Unter Zuhilfenahme von KI konnte darin gezeigt werden, dass es landesweit 40.000 Hektar Brownfield-Fläche gibt. Wie schätzt du das ein?

Es bestätigt das, was wir seit Jahren geahnt haben. Wir haben ja seit Langem schon die Diskussion um die Flächenknappheit. Wenn man aber mal genauer hinschaut, sieht man, wie viele Flächen es noch gibt. Und darunter ist ein enormer Brownfield-Anteil. Es ist stark vom Brownfield Verband, dass wir endlich valide Informationen dazu bekommen und eine entsprechende Übersicht. Daraus entsteht ein Ansporn für alle Akteure, etwas aus dem Thema zu machen. Bei Panattoni haben wir eine ganze Menge an Expertinnen und Experten an Bord wie Ingenieur:innen und Architekt:innen, die sich darum intensiv kümmern. Dazu kommen Environmental Coordinators im Team, die sich mit kontaminierten Flächen auskennen und genau wissen, wie man damit umgehen muss. Volkswirtschaftlich und auch gesellschaftlich betrachtet macht es Sinn, an diese Flächen zu gehen, bevor wir Greenfields entwickeln, wo bislang noch Nahrungsmittel produziert werden. Brownfield-Projekte sind einfach enorm wichtig, da sie die dem Markt neue Flächen zur Verfügung stellen und alte Flächen einer neuen und nachhaltigen Nutzung zuführen.

Wir haben eine ungebrochen hohe Flächennachfrage, die Branche muss reagieren auf die geopolitischen Verwerfungen seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Mittendrin die Corona-Pandemie, die steigende Inflation.

Ja, die Entwicklungen in der Ukraine sind unfassbar. Das haben wir alle nicht für möglich gehalten. Dazu kommen aber auch andere geopolitische Themen, z. B. mit dem Verhältnis von China und Taiwan, aber auch die Wahlen in Italien. Es gibt so vieles, das unsere Gesellschaft und unseren Wohlstand beeinflussen kann. Auch bei Panattoni müssen wir uns diesen Herausforderungen stellen. Auf dem Logistikimmobilienmarkt werden sich diese unter anderem in höheren Mieten niederschlagen, das ist einfache Mathematik. Auch die zukünftige Nachfrage in 2023 wird spannend sein und darüber hinaus.  Jetzt können und müssen wir als Entwickler zeigen, was wir draufhaben. Aber ich glaube, wir bei Panattoni sind gut gerüstet. Wir haben vernünftig gewirtschaftet und kommen aus einer komfortablen Situation in dieses unruhige Fahrwasser.

Lass uns mal über das Thema Immobilienlösungen gegen den Flächenmangel sprechen. Da gibt es in der City-Logistik tolle Bewegungen mit Campus-Lösungen und City Docks. Erzähl uns doch davon mehr.

Mit den City Docks bieten wir kleinteilige Flächen an für die regionale Wirtschaftsstruktur, in den klassischen Gewerbegebieten, wo auch von Seiten der Kommunen nicht gerne die Big Boxes gesehen werden. Trotzdem gibt es in den City Docks die Möglichkeiten für Last-Mile-Operations. Darüber hinaus findet die ganze versammelte Handwerkerschaft, kleine sowie mittelständische Unternehmen und Start-Ups mit diesem Immobilientyp eine Lösung und ein Zuhause.

Kommen wir zum Thema Nachhaltigkeit und ESG. Es steckt ja ein politisches Regulativ dahinter, indem die Rahmenbedingungen strenger werden. ESG ist gerade auf der Expo Real ein großes Thema. Wie geht ihr damit um?

Zunächst muss man sagen, dass wir froh und dankbar sind, diesen regulatorischen Druck zu kriegen. ‚Grüne‘ Konzepte haben wir schon die letzten zehn bis fünfzehn Jahre gesehen, trotzdem ist nicht wirklich viel passiert. Da müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen, jetzt zumindest haben wir die Notwendigkeit, etwas tun zu müssen. Und das hilft. Man muss heute mit Photovoltaik-Anlagen arbeiten, zudem werden wir bei Panattoni zukünftig alle unsere Immobilien mit Wärmepumpen ausstatten und nicht mehr auf Gas-Heizungen abstellen. Nachhaltigkeit betrifft auch längst nicht nur das ‚E‘ in ESG, wir müssen auch angenehme Arbeitsatmosphären schaffen und an die Mitarbeitenden in der Immobilie denken. Es braucht endlich mehr Dynamik. Zum Glück hören jetzt auch endlich die ganzen Ausreden auf, das ist wunderbar.

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„Brownfield-Projekte sind einfach enorm wichtig, da sie die dem Markt neue Flächen zur Verfügung stellen und alte Flächen einer neuen und nachhaltigen Nutzung zuführen. .“

Fred-Markus Bohne

Managing Partner bei Panattoni für Deutschland und Österreich

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