Der deutsche Logistik-Investmentmarkt ist mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,2 Milliarden Euro in das Jahr 2026 gestartet. Damit liegt das Ergebnis rund 11 Prozent unter dem Vorjahreswert und bleibt mit minus 40 Prozent deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnitt. Gleichzeitig wurden mehr Transaktionen gezählt als im 1. Quartal 2025. Besonders dynamisch war laut BNP das Segment bis 25 Millionen Euro. Entsprechend sank das durchschnittliche Volumen pro Deal auf 19 Millionen Euro, nach 22 Millionen Euro im 1. Quartal 2025. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Auswertung von BNP Paribas Real Estate (BNP).
„Einzeldeals erzielen ein vergleichbares Investmentvolumen wie im Vorjahr und knacken erneut die Milliardenmarke. Damit ist ihr Ergebnis, das lediglich knapp 7 Prozent vom zehnjährigen Durchschnitt abweicht, vor allem vor dem Hintergrund des aktuellen Marktumfelds als sehr positiv zu werten“, erklärt Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial der BNP Paribas Real Estate GmbH. Portfolioverkäufe gingen dagegen zurück. Im Vergleich zum 1. Quartal 2025 sanken die Investments über Portfolios um 31 Prozent und machten 12 Prozent des Gesamtvolumens aus.

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von Tim-Oliver Frische
Bei den Netto-Spitzenrenditen gab es im 1. Quartal 2026 keine Veränderung. Zuvor waren sie im Verlauf von 2025 um 25 Basispunkte gestiegen und lagen zuletzt bei 4,50 Prozent an den A-Standorten sowie bei 4,70 Prozent in Leipzig.
Geringe Volumina in den großen Logistikmärkten
In den bedeutenden Logistikmärkten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart wurden im 1. Quartal 2026 zusammen rund 184 Millionen Euro in Logistikobjekte investiert. Das entspricht einem Rückgang um 37 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2025 und ist auch im längerfristigen Vergleich ein niedriger Wert. Köln und Berlin erreichten jeweils rund 50 Millionen Euro, die übrigen Märkte blieben deutlich darunter.
Transaktionen bis 50 Millionen Euro prägen das Marktgeschehen
Die Aufteilung nach Größenklassen zeigt ein vergleichsweise gleichmäßiges Bild. Die Marktanteile reichen von gut 10 Prozent im Segment bis 10 Millionen Euro bis zu 27 Prozent bei Verkäufen zwischen 25 und 50 Millionen Euro. Insgesamt entfallen 64 Prozent des Marktgeschehens auf Transaktionen bis 50 Millionen Euro.
Ausländisches Kapital legt zu
Bei der Herkunft des Kapitals bauten ausländische Käufer ihren Anteil auf 67 Prozent aus und investierten ein etwas höheres Volumen als im Vorjahreszeitraum. Deutsche Investoren zeigten sich zurückhaltender: Ihr Investmentvolumen lag 29 Prozent unter dem Wert des 1. Quartals 2025.
Ausblick: Mittlere und große Tickets entscheidend
Wie schon im Vorjahr war der Markt im 1. Quartal 2026 durch eine hohe Aktivität bei Einzeldeals und kleineren Volumina geprägt. Für ein deutliches Wachstum des Gesamtvolumens sind nach Einschätzung von BNP jedoch insbesondere Abschlüsse im mittleren und höheren Volumenbereich relevant.
Die weiteren Perspektiven bleiben schwer einschätzbar. Als Grund nennt BNP verschärfte Rahmenbedingungen im Zuge des Ausbruchs des Irankriegs. Eine längere Dauer der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten könne sich auf Energiepreise und Weltwirtschaft auswirken. Zusätzlich würden weitere geopolitische Konflikte sowie die erratische US-Politik die Unsicherheit erhöhen. Positive Signale gehen dagegen vom insgesamt robusten Nutzermarkt sowie den im Jahresverlauf zu erwartenden Impulsen aus den Sondervermögen für Infrastruktur- und Umweltmaßnahmen sowie aus den finanziellen Spielräumen für Verteidigungsmaßnahmen aus.

















