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04.10.2022

Neue Initiative zeigt Energiepotenziale von Logistikimmobilien

Rund 30 Millionen Quadratmeter Dachfläche aller in den letzten zehn Jahren errichteten Logistikimmobilien eignen sich zur Installation von Photovoltaikanlagen. Ein Potenzial, das eine neue Initiative des Themenkreis Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik e.V. nun heben möchte.
©: Power of Logistics
Im Lebenszyklus der Immobilie wird gerade im Betrieb ein Großteil der Energie verbraucht. Durch intelligente Messungen und Ansteuerung der Systeme schlummern hier noch große Potenziale zur Einsparung auf der Verbraucherseite.
Foto: Power of Logistics

50 Millionen Quadratmeter Dachfläche – dies ist das Neubauvolumen, das allein in den letzten zehn Jahren auf deutschen Logistikimmobilien entstanden ist. Rund 30 Millionen Quadratmeter hiervon eignen sich zur Installation von Photovoltaikanlagen. Ein unglaubliches Potenzial, das eine neue Initiative des Themenkreis Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik e.V. nun heben möchte.

Konkret will die Initiative „Power of Logistics“ zeigen, wie die Logistik nicht nur den eigenen Strombedarf decken, sondern durch ausgedehnte PV-Anlagen auf Lagerhallen, Windräder in Gewerbeparks, Blockheizkraftwerke und Wasser-Wärmepumpen das Thema Energieautarkie auch für Kommunen und Gemeinden voranbringen kann.

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Die Initiative will Logistik-Initiativen aus ganz Deutschland sowie Stakeholder aus der Logistik- und Logistikimmobilienbranche vereinen mit dem Ziel, die Logistik langfristig als Versorger von nachhaltiger Energie zu etablieren und gemeinsam das Thema Energiewende anzugehen. Im Fokus stehen dabei die Themen „Ausbau regenerativer Energien“ und „Nutzung von überschüssigen Kapazitäten aus der Logistik“.

Bis dato wird lediglich ein Bruchteil des möglichen nachhaltigen Energiepotenzials genutzt. Allein auf den Dachflächen der Logistikneubauten von 2012 bis 2022 könnten bis zu 2,5 Terawattstunden Solarstrom erzeugt und in die öffentlichen Netze eingespeist werden. Dies entspricht dem jährlichen Strombedarf von etwa 800.000 Haushalten. Rund 960.000 Tonnen Kohlendioxyd könnten so jährlich eingespart werden. Dies ist in etwa die Menge, die 100.000 Hektar Mischwald jährlich binden können.

Kommunen und Gemeinden können von Überkapazitäten profitieren

„Wir haben insgesamt rund 400 Millionen Quadratmeter Dachfläche in Deutschland, deren Potenzial wir bestmöglich nutzen sollten. Bis dato wird die Logistikbranche eher mit Verkehrschaos und Luftverschmutzung, denn mit grüner Energie gleichgesetzt. Es ist an der Zeit, ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken, denn gerade Kommunen und Gemeinden können von den Überkapazitäten profitieren“, so Kuno Neumeier, Sprecher des BVL-Themenkreis Logistikimmobilien und CEO der Logivest Gruppe.

„Die wichtigste Hürde für mehr Photovoltaik auf Logistikimmobilien ist bereits genommen. Denn noch 2012 war nur ein Bruchteil der damals neu geschaffenen Dachflächen allein aus statischen Gründen überhaupt für Photovoltaik geeignet. Heutzutage gehört die statische Vorrüstung jedoch zu den Standards der Logistikimmobilienentwickler“ so Tilo Nahrath, Sprecher der Initiative Power of Logistics und Geschäftsführer der RE.source Projects GmbH. „Die Herausforderungen liegen in der ganzheitlichen Betrachtung. Von der Netzanbindung über Engpässe bei Installateuren und Komponenten bis hin zu steuerlichen Auswirkungen auf Vermieter. Nicht zu vernachlässigen sind vor allem bürokratische Hürden, die wir glätten möchten. Die Initiative wird Handlungsanleitungen erarbeiten, mit denen die Logistikimmobilie ihren Beitrag zur Energiewende einfach umsetzen kann.“

„Wir müssen die Immobilie in ihrer Gesamtheit betrachten. Mit einer optimierten technischen Gebäudeausstattung (TGA) in Kombination mit Photovoltaik und Wärmepumpen, können wir die ESG-Vorgaben nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. Im Lebenszyklus der Immobilie wird gerade im Betrieb ein Großteil der Energie verbraucht. Durch intelligente Messungen und Ansteuerung der Systeme schlummern hier noch große Potenziale zur Einsparung auf der Verbraucherseite. Wenn wir die Einspeisung erhöhen und den Verbrauch senken, können wir tatsächlich vom Energiekraftwerk Logistikhalle sprechen.

 

Über den BVL Themenkreis Logistikimmobilien

Der Themenkreis Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. versteht sich als Plattform für den Austausch und für einen differenzierten Dialog der unterschiedlichen öffentlichen und privaten Stakeholder (Nutzer, Entwickler, Mietnutzer, Planungsbeauftragte, Makler, usw.). Die neuesten Entwicklungen im Logistikimmobiliensektor werden diskutiert, auch mit dem Ziel eine Sensibilisierung für die Herausforderungen der Beteiligten zu schaffen. Die gebündelte Präsenz soll mehr Sichtbarkeit für den Bereich Logistikimmobilien mit seinen Möglichkeiten und Anforderungen herstellen.

Mehr Informationen über den Themenkreis gibt es unter: https://www.bvl.de/logistikimmobilien

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„Bis dato wird die Logistikbranche eher mit Verkehrschaos und Luftverschmutzung, denn mit grüner Energie gleichgesetzt. Es ist an der Zeit, ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken.“

Kuno Neumeier

Sprecher des BVL-Themenkreis Logistikimmobilien und CEO der Logivest Gruppe

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