Das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider

Bulwiengesa-Studie: Mehr nachhaltige und spekulative Logistikimmobilien

Nicht erst seit der Coronakrise ist im Segment der Logistikimmobilien ein immenser Flächenhunger zu beobachten, sagt Ralf-Peter Koschny, CEO bei Bulwiengesa.
©: Bulwiengesa
Foto: Bulwiengesa

Nicht erst seit der Coronakrise ist im Segment der Logistikimmobilien ein immenser Flächenhunger zu beobachten, sagt Ralf-Peter Koschny, CEO bei Bulwiengesa. In einer am 29. September erschienenen Studie kommt das Beratungs- und Analyseunternehmen auf einen Bedarf an zusätzlicher Logistikfläche in Deutschland von 6,5 bis 7 Millionen Quadratmeter jährlich. „Das entspricht etwa einem Zehntel der Fläche Hamburgs“, ordnet Koschny ein.

Immer mehr spekulative Entwicklungen

Weiter heißt es in der Studie, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Projektentwicklungen spekulativ ohne festen Erstmieter begonnen wurden. „Die Pipeline-Projekte mit Fertigstellung im Jahr 2021 deuten auf einen Rekordanteil des spekulativen Bauens von rund 40 Prozent hin“, so Koschny weiter.

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Zu den Ursachen gehörten unter anderem gute Vermietungschancen an geeigneten Standorten, hohe Drittverwendungsfähigkeit durch standardisierte Hallenspezifika und andererseits auch zunehmend länger werdende Projektzeiträume. „Gemeint sind hier etwa Ansiedlungsbegehren oder Revitalisierungsmaßnahmen bei Brownfields“, erklärt der Marktexperte.

Nachhaltiges Bauen immer wichtiger

Als eines der entscheidenden Studienergebnisse kristallisierte sich zudem das Thema der Nachhaltigkeit heraus. „Nachhaltigkeit wird im Markt der Logistikimmobilien immer wichtiger. Und es ist zu beobachten, dass der Anteil nachhaltig zertifizierter Immobilien stetig steigt“, sagt Bulwiengesa-Studienleiter Patrik Völtz. Wichtig seien hier ein möglichst geringer Kohlendioxid-Ausstoß beziehungsweise ein Kohlendioxid -neutraler Betrieb der Logistikanlage. Überdies sei der Einsatz von recycelbaren Materialien im Zuge von Um- und Rückbaumaßnahmen zu beachten. Völtz: „Die Nachhaltigkeit einer Logistikimmobilie stellt mittlerweile immer öfter auch eine Anforderung des Marktes an die Branche dar. Eine moderne und effiziente Immobilie erfüllt dabei nicht nur den Zweck, ein hohes Umweltbewusstsein zu signalisieren, sondern führt auch zu deutlichen Kosteneinsparungen.“

Für die Studie kontaktierte Bulwiengesa in diesem Jahr 6.350 Personen. „Zu den Panelbefragten zählten neben einer Vielzahl an Kommunen die namhaftesten Vertreter aus der Logistikimmobilienwirtschaft, also finanzierende Banken, Projektentwickler und Investoren“, erläutert Völtz auf DVZ-Nachfrage. Die Studie kann kostenfrei unter diesem Link heruntergeladen werden.

ANZEIGE

Lesen Sie auch

Zahl der Projektentwicklungen bleibt hoch

Zahl der Projektentwicklungen bleibt hoch

Projektentwicklungen finden in Deutschland nicht nur in den großen Städten und ihrem Umland statt, sondern flächendeckend und mit hohen Volumina auch in der Peripherie. Das zeigen die Ergebnisse einer Kurzstudie von Bulwiengesa.

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Laut Analyse von CBRE erreichte der Industrie- und Logistikimmobilienmarkt in NRW 2022 einen Flächenumsatz von 1,55 Millionen Quadratmetern. Damit lag der Umsatz 15 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Im Schlussquartal fiel er besonders gering aus.

Neubauvolumen 2022 leicht rückläufig

Neubauvolumen 2022 leicht rückläufig

Mit einem leichten Rückgang hat laut Logivest der Logistikimmobilienmarkt das Jahr 2022 in puncto Neubauvolumen abgeschlossen. Mit insgesamt rund 5,1 Millionen Quadratmetern Logistikneubaufläche waren es rund 400.000 Quadratmeter weniger als 2021.

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Laut Analyse von CBRE erreichte der Industrie- und Logistikimmobilienmarkt in NRW 2022 einen Flächenumsatz von 1,55 Millionen Quadratmetern. Damit lag der Umsatz 15 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Im Schlussquartal fiel er besonders gering aus.

Das neueste

Beliebt bei unseren Lesern

Deutschland und seine Logistikregionen

Newsletter abonnieren!

Der kostenlose Newsletter für erstklassige Informationen aus der Welt der Logistikimmobilien.

Aus unseren Rubriken

RICS veröffentlicht ESG-Studie

Die Professional Group Asset Management (PGAM) von RICS Deutschland ist im Zuge einer Studie der Frage „Wie geht ESG im Asset Management?“ nachgegangen. Das Ergebnis: ESG-Strategien werden zunehmend implementiert, aber es müssen noch viele Hürden genommen werden.

Prologis übergibt Logistikanlage an Rhenus

Prologis hat eine neu errichtete Logistikimmobilie mit einer Fläche von 6.256 Quadratmetern in Hannover-Anderten an Rhenus Home Delivery übergeben. Vom neuen Standort aus wickelt das Unternehmen unter anderem das Last-Mile-Geschäft mit Möbeln sowie Haushalts- und Elektrogeräten ab.