ANZEIGE
Spies
Das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider

Stadt Frankfurt am Main möchte Flächenmangel überwinden

Die begrenzte Flächenverfügbarkeit für Wohnen und Gewerbe im Rhein-Main-Gebiet wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko für die Unternehmen und damit für den Wohlstand der ganzen Region. Dem soll jetzt gegengesteuert werden.
©: Wirestock/iStock
Ein ausgewogener Branchenmix war bisher ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Stärke und die Krisenresilienz von Frankfurt am Main und der gesamten Region. Heute leiden ganze Wirtschaftsbereiche, wie das Handwerk, unter dem Flächenmangel.
Foto: Wirestock/iStock

Die begrenzte Flächenverfügbarkeit für Wohnen und Gewerbe im Rhein-Main-Gebiet wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko für die Unternehmen und damit für den Wohlstand der ganzen Region. Als Zentrum der Metropolregion trägt Frankfurt am Main eine besondere Verantwortung für die Schaffung neuer Siedlungs- und Gewerbegebiete. Doch wie können Stadtentwicklung und wirtschaftliche Dynamik künftig in Einklang gebracht werden? Diese und andere Fragen standen im Zentrum der Diskussionsveranstaltung „Wie kann Frankfurt am Main noch wachsen?“, zu der die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main am 2. April eingeladen hatte.

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Verlorene Investitionen

„Internationale Unternehmen, die sich in der Rhein-Main-Region ansiedeln oder dorthin expandieren möchten, finden häufig nicht die dafür benötigten Flächen“, machte etwa Eric Menges, Geschäftsführer der Frankfurt Rhein Main GmbH, deutlich. In den letzten fünf Jahren konnten 46 Anfragen mit einem Gesamtvolumen von 650 Hektar nicht bedient werden – verlorene Investitionen und Arbeitsplätze für die gesamte Region. Betroffen seien neben flächenintensiven Branchen wie Logistik und Distribution auch das produzierende Gewerbe, heißt es in einer Mitteilung. Ein ausgewogener Branchenmix war bisher ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Stärke und die Krisenresilienz von Frankfurt und der gesamten Region.

Sind mehrstöckige Gebäude die Lösung?

Auch das Handwerk leidet unter dem Flächenmangel. Dr. Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, erklärte: „Handwerk und Kleingewerbe werden zunehmend verdrängt, da sie die Mietsteigerungen nicht kompensieren können. Viele Betriebe liegen in gemischten Quartieren, wo eine Nachverdichtung im Wohnungsbau auf Kosten des Handwerks einfach umgesetzt wird. Da wundert es nicht, dass seit 2012 die Zahl der Handwerksbetriebe in Frankfurt um elf Prozent gesunken ist, während sie im Umland um vier Prozent anstieg. Ein Lösungsansatz könnten Handwerker- und Gewerbehöfe nach Münchner Vorbild sein – mehrstöckige Gebäude mit hoher Traglast, die eine effizientere Nutzung knapper Flächen ermöglichen.“

Doch dafür bedarf es Flächen. Laut IHK-Präsident Caspar sind diese in Frankfurt durchaus vorhanden: „Fast ein Viertel Frankfurts besteht aus landwirtschaftlich genutzten Flächen – mehr als in Offenbach am Main und Darmstadt. Doch muss die Lebensmittelproduktion in diesem Umfang in der Kernstadt der Metropolregion stattfinden, während viele Arbeitnehmer lange Pendelwege in Kauf nehmen, weil wohnortnahe Arbeitsplätze fehlen? Eine zeitgemäße, klimaverträgliche Bebauungsstruktur mit Kaltluftschneisen und einer ökologischen Aufwertung der Freiflächen könnte den Wohnungsmarkt entlasten, die regionale Biodiversität stärken sowie die Weichen für eine nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandortes FrankfurtRheinMain stellen“, so Caspar abschließend.

ANZEIGE

In den letzten fünf Jahren konnten 46 Anfragen mit einem Gesamtvolumen von 650 Hektar nicht bedient werden – verlorene Investitionen und Arbeitsplätze für die gesamte Region.“

Eric Menges

Geschäftsführer der Frankfurt Rhein Main GmbH

Lesen Sie auch

Europas größtes Logistikzentrum aus Holz feiert Richtfest

Europas größtes Logistikzentrum aus Holz feiert Richtfest

Garbe Industrial Real Estate und Logicenters haben Richtfest des derzeit größten Logistikzentrums in Europa gefeiert, das in reiner Holzbauweise errichtet wird. Beide Joint-Venture-Partner investieren zusammen rund 31 Millionen Euro in den Neubau. Im vierten Quartal 2025 soll die Immobilie fertig sein.

Das neueste

Beliebt bei unseren Lesern

LIP Invest sichert sich Dachser Logistik-Neubau

LIP Invest erwirbt in Rottenburg am Neckar einen Logistik-Neubau für das von der IntReal International Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH administrierte Sondervermögen „LIP Real Estate Investment Fund – Logistics Germany IV“. Auf 30.000 Quadratmetern...

Aconlog baut spekulativ in Kerpen

Die Aconlog Projektentwicklung GmbH hat ihr achtes Bauvorhaben seit ihrer Gründung in 2020 gestartet. Im Industriegebiet Kerpen wurden dafür mit rund 60 Gästen der Spaten gesetzt. Der Kölner Projektentwickler errichtet dort spekulativ auf einem 18.200 Quadratmeter...

Berlin knackt erstmals Rekordmarke

Einen neuen Rekord verzeichnete laut einer Analyse von Realogis der Berliner Markt für Lager-, Logistik- und Industrieimmobilien zur Miete und Eigennutzung im Gesamtjahr 2022. In den Monaten Januar bis Dezember setzten alle Marktteilnehmer 1.124.500 Quadratmeter an...

Ramp One 2026

Deutschland und seine Logistikregionen

Newsletter abonnieren!

Der kostenlose Newsletter für erstklassige Informationen aus der Welt der Logistikimmobilien.

Aus unseren Rubriken

VGP Group mit solidem Wachstum im 1. Halbjahr

VGP hat in allen drei Hauptsegmenten ein solides Wachstum erwirtschaftet. Diese sind Development, Investment und Renewable Energy.

Die VGP Group hat ihre Ergebnisse für das erste Halbjahr 2025 veröffentlicht. Demnach erwirtschaftete der belgische Entwickler ein EBITDA von insgesamt 238,8 Millionen Euro. Im 1. Halbjahr 2024 waren es lediglich 181,4 Millionen Euro.

VGP schreibt Energiewende-Erfolg

Die VGP Group hat in Zusammenarbeit mit node.energy ihre deutschen Standorte im Jahr 2024 bilanziell vollständig mit grünem Strom aus eigenen PV-Anlagen und ausgewählten Windanlagen versorgt. Damit reduzierte der Projektentwickler seine CO₂-Emissionen um mehr als 70 Prozent.

HIH Invest kauft Logistikentwicklung in Herten

Auf dem Dach der Logistikentwicklung in Herten solle eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 2,2 Megawatt installiert werden.

HIH Invest Real Estate (HIH Invest) hat von der E-Gruppe eine Logistikentwicklung im nordrhein-westfälischen Herten erworben. Das Objekt wird voraussichtlich zur Jahresmitte 2026 fertiggestellt und bezugsbereit sein. Fast die Hälfte der Flächen ist bereits vermietet.