ANZEIGE
Spies
Das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider
10.04.2025

Stadt Frankfurt am Main möchte Flächenmangel überwinden

Die begrenzte Flächenverfügbarkeit für Wohnen und Gewerbe im Rhein-Main-Gebiet wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko für die Unternehmen und damit für den Wohlstand der ganzen Region. Dem soll jetzt gegengesteuert werden.
©: Wirestock/iStock
Ein ausgewogener Branchenmix war bisher ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Stärke und die Krisenresilienz von Frankfurt am Main und der gesamten Region. Heute leiden ganze Wirtschaftsbereiche, wie das Handwerk, unter dem Flächenmangel.
Foto: Wirestock/iStock

Die begrenzte Flächenverfügbarkeit für Wohnen und Gewerbe im Rhein-Main-Gebiet wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko für die Unternehmen und damit für den Wohlstand der ganzen Region. Als Zentrum der Metropolregion trägt Frankfurt am Main eine besondere Verantwortung für die Schaffung neuer Siedlungs- und Gewerbegebiete. Doch wie können Stadtentwicklung und wirtschaftliche Dynamik künftig in Einklang gebracht werden? Diese und andere Fragen standen im Zentrum der Diskussionsveranstaltung „Wie kann Frankfurt am Main noch wachsen?“, zu der die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main am 2. April eingeladen hatte.

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Verlorene Investitionen

„Internationale Unternehmen, die sich in der Rhein-Main-Region ansiedeln oder dorthin expandieren möchten, finden häufig nicht die dafür benötigten Flächen“, machte etwa Eric Menges, Geschäftsführer der Frankfurt Rhein Main GmbH, deutlich. In den letzten fünf Jahren konnten 46 Anfragen mit einem Gesamtvolumen von 650 Hektar nicht bedient werden – verlorene Investitionen und Arbeitsplätze für die gesamte Region. Betroffen seien neben flächenintensiven Branchen wie Logistik und Distribution auch das produzierende Gewerbe, heißt es in einer Mitteilung. Ein ausgewogener Branchenmix war bisher ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Stärke und die Krisenresilienz von Frankfurt und der gesamten Region.

Sind mehrstöckige Gebäude die Lösung?

Auch das Handwerk leidet unter dem Flächenmangel. Dr. Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, erklärte: „Handwerk und Kleingewerbe werden zunehmend verdrängt, da sie die Mietsteigerungen nicht kompensieren können. Viele Betriebe liegen in gemischten Quartieren, wo eine Nachverdichtung im Wohnungsbau auf Kosten des Handwerks einfach umgesetzt wird. Da wundert es nicht, dass seit 2012 die Zahl der Handwerksbetriebe in Frankfurt um elf Prozent gesunken ist, während sie im Umland um vier Prozent anstieg. Ein Lösungsansatz könnten Handwerker- und Gewerbehöfe nach Münchner Vorbild sein – mehrstöckige Gebäude mit hoher Traglast, die eine effizientere Nutzung knapper Flächen ermöglichen.“

Doch dafür bedarf es Flächen. Laut IHK-Präsident Caspar sind diese in Frankfurt durchaus vorhanden: „Fast ein Viertel Frankfurts besteht aus landwirtschaftlich genutzten Flächen – mehr als in Offenbach am Main und Darmstadt. Doch muss die Lebensmittelproduktion in diesem Umfang in der Kernstadt der Metropolregion stattfinden, während viele Arbeitnehmer lange Pendelwege in Kauf nehmen, weil wohnortnahe Arbeitsplätze fehlen? Eine zeitgemäße, klimaverträgliche Bebauungsstruktur mit Kaltluftschneisen und einer ökologischen Aufwertung der Freiflächen könnte den Wohnungsmarkt entlasten, die regionale Biodiversität stärken sowie die Weichen für eine nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandortes FrankfurtRheinMain stellen“, so Caspar abschließend.

ANZEIGE

In den letzten fünf Jahren konnten 46 Anfragen mit einem Gesamtvolumen von 650 Hektar nicht bedient werden – verlorene Investitionen und Arbeitsplätze für die gesamte Region.“

Eric Menges

Geschäftsführer der Frankfurt Rhein Main GmbH

ANZEIGE

Lesen Sie auch

Das neueste

Webtalk: On the Road to Expo Real

Webtalk: On the Road to Expo Real

30. September 2026 – Planen, entwickeln, bauen: Was ist aus dem kleinen 1×1 der Assetklasse Logistik geworden? Und was ist derzeit der „heißeste Sch…“, der auf dem Markt der Logistikimmobilien diskutiert wird? Freuen Sie sich auf eine Diskussion, die pünktlich zur Expo Real einheizt. Also: Anmelden und mittendrin sein – statt nur daneben.

WEITERLESEN

Beliebt bei unseren Lesern

Onlinehandel treibt Logistikflächennachfrage weiter an

Von 2020 bis 2025 wird der zunehmende Onlinehandel den Bedarf nach Lager- und Logistikflächen in Deutschland um circa vier Millionen Quadratmeter zusätzlich anwachsen lassen. Laut Berechnungen des Immobiliendienstleisters CBRE werden für jede zusätzliche Milliarde...

Realogis Gruppe trotzt schwächelndem Marktumfeld

Die Realogis Gruppe vermeldet für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 konsolidierte Umsatzerlöse aus Vermittlungsprovisionen in den Bereichen Vermietung und Investment von circa 19 Millionen Euro. Der Rückgang im Vergleich zum testierten Gesamtumsatzergebnis des...

Licht am Ende des Tunnels

Zu Beginn des Ramp One-Events umriss Björn Sundermann, Geschäftsführer von Robert C. Spies Industrial Real Estate, in seiner Keynote den Status Quo auf dem deutschen Logistikimmobilienmarkt in Deutschland. Seine Kernaussage: „Wenn man bedenkt, wo wir noch vor 10...

Ramp One 2026

Deutschland und seine Logistikregionen

Newsletter abonnieren!

Der kostenlose Newsletter für erstklassige Informationen aus der Welt der Logistikimmobilien.

Aus unseren Rubriken

Enviria installiert 7.616 PV-Module in Wustermark

Enviria hat auf rund 15.000 Quadratmetern Dachfläche insgesamt 7.616 PV-Module installiert. Die prognostizierte CO2-Einsparung beträgt laut Enviria knapp 1,3 Millionen Kilogramm pro Jahr.

Enviria realisiert gemeinsam mit Real I.S. und der Nagel-Group eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Logistikobjekts im brandenburgischen Wustermark. Dafür werden 7.616 PV-Module installiert. Sie sollen laut Enviria knapp 1,3 Millionen Kilogramm pro Jahr einsparen.