ANZEIGE
Das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider

Logistikimmobilienmarkt 2021 mit neuem Rekord beim Flächenumsatz

2021 erreicht der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt einen Flächenumsatz von 8,3 Millionen Quadratmetern. Damit wurde das Vorjahresergebnis um 20,4 Prozent übertroffen. Der Flächenumsatz verteilte sich sehr gleichmäßig über den Jahresverlauf hinweg – mit rund zwei Millionen Quadratmetern pro Quartal.
©: Pixabay
„Wir erwarten für 2022 weiterhin eine äußerst große Nachfrage nach Industrie- und Logistikimmobilienflächen. Erneut wird der Markt von der Herausforderung bestimmt sein, den Nutzern die entsprechenden Flächen zur Verfügung zu stellen. Möglich kann das nur sein, wenn die Entwickler ihre umfassenden Aktivitäten zur Brownfield-Revitalisierung fortsetzen und Gemeinden neue Flächen ausweisen“, sagt Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland
Foto: Pixabay

2021 erreicht der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt einen Flächenumsatz von 8,3 Millionen Quadratmetern. Damit wurde das Vorjahresergebnis um 20,4 Prozent übertroffen. Der Flächenumsatz verteilte sich sehr gleichmäßig über den Jahresverlauf hinweg – mit rund zwei Millionen Quadratmetern pro Quartal. Insgesamt lag der Flächenumsatz knapp 40 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Immobiliendienstleisters CBRE.

Artikel

von Tim-Oliver Frische

„2021 war ein absolutes Rekordjahr am deutschen Industrie- und Logistikimmobilienmarkt. Anfang des Jahres schien ein derartiges Ergebnis aufgrund des Flächenmangels kaum denkbar, aber die Nutzer haben durch ihre stetige Nachfrage eine große Dynamik ausgelöst. Auch das Überschreiten der Zehn-Millionen-Quadratmeter-Marke wäre locker möglich gewesen, stünde ausreichend Fläche zur Verfügung“, sagt Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland. „Den Projektentwicklern ist es immerhin gelungen viele neue Projekte dem aufnahmebereiten Markt zuzuführen, häufig auf Brownfields.“

Flächenumsatz in Neubauten stieg um 14 Prozent

Der Flächenumsatz in Neubauten stieg um 14 Prozent auf 5,1 Millionen Quadratmeter, was einem Anteil von 62 Prozent entspricht. Rückläufig war hingegen der Flächenumsatz von Eigennutzern um 4,6 Prozent auf lediglich 2,3 Millionen Quadratmeter. Damit lag deren Anteil am Gesamtumsatz bei 28 Prozent nach 35 Prozent im Vorjahr. „Für Eigennutzer wird es immer schwieriger neue Flächen zu erwerben. Denn sie sind zwar bei Kommunen gerne gesehen, aber in den Gewerbegebieten gibt es kaum noch Greenfields, welche den Eigennutzern angeboten werden könnten. Und bei Brownfields setzen sich in der Regel auf Vermietung abzielende Entwickler durch, zumal deren Bereitschaft zu höheren Preisgeboten größer und ihre Entscheidungsgeschwindigkeit schneller ist. In der derzeitigen Marktlage mit Vollauslastung ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil“, erklärt Koepke.

Der Nachfrageüberhang nach geeigneten Flächen in Verbindung mit steigenden Grundstückspreisen und Baukosten haben die Logistikmieten 2021 in vielen Regionen getrieben. Entsprechend ist die durchschnittliche Spitzenmiete in den Top-5-Märkten um 7,7 Prozent auf mehr als 6,80 Euro pro Quadratmeter und Monat gestiegen. „Vor allem die Grundstückpreise für logistikgeeignete Grundstücke sind in Top-Lagen hochgeschossen“, sagt Koepke.

Top-5-Märkte

Auf die Top-5-Märkte entfielen 2,5 Millionen Quadratmeter oder 31 Prozent des gesamten Flächenumsatzes. Mit einem Anstieg um 33 Prozent gegenüber 2022 legte der Umsatz in diesen Märkten deutlicher stärker zu als im Gesamtmarkt. „Obwohl in den Top-Märkten der Flächenmangel stärker ausgeprägt ist, konnten fast alle dieser Regionen einen deutlichen Aufschwung vermelden“ sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. Lediglich in München ging der Flächenumsatz angebotsbedingt um 31 Prozent auf 222.000 Quadratmeter zurück. Umsatzstärkster Markt war mit 728.000 Quadratmetern die Rhein-Main-Region um Frankfurt. Hier war auch der Anstieg mit einem Plus von 46 Prozent sehr deutlich. Am dynamischsten legte aber Düsseldorf zu – um 105 Prozent auf 340.000 Quadratmeter. Die Märkte in Berlin um Hamburg entwickelten sich sehr ähnlich: Während die Hauptstadtregion einen Flächenumsatz von 600.000 Quadratmetern (plus 37 Prozent) verzeichnete, waren es in der Hansestadt 645.000 Quadratmeter (plus 33 Prozent). Neben diesen Top-Märkten wiesen auch das Ruhrgebiet (590.000 Quadratmeter; plus zwei Prozent), die Regionen Halle/Leipzig (397.000 Quadratmeter; plus 19,6 Prozent), Hannover (262.000 Quadratmeter) und Köln (257.000 Quadratmeter; plus sechs Prozent) große Flächenumsätze auf.

Während auf der Nutzerseite die Branchen Handel und Logistik im vergangenen Jahr ihren Flächenumsatz deutlich ausbauen konnten, ging jener der Branche Produktion zurück. Handelsunternehmen steigerten ihren Flächenumsatz um 30 Prozent auf 3,3 Millionen Quadratmeter. Hiervon entfielen 1,5 Millionen Quadratmeter auf E-Commerce-Unternehmen. Der Flächenumsatz von Logistikern stieg um knapp 32 Prozent auf 2,9 Millionen Quadratmeter. „Wir haben 2021 die Entwicklung gesehen, dass Industrieunternehmen bei Logistikern Pufferlager angelegt haben, um sich gegen die Schwierigkeiten der internationalen Lieferketten abzusichern. Derartige Maßnahmen stellen ohne Frage eine Verteuerung der Supply Chain für diese Unternehmen dar, was letztlich auch einen Beitrag zur Inflationsentwicklung leistet“, sagt Koepke. Der direkte Flächenumsatz von Unternehmen aus der Produktionsbranche ging jedoch um rund 14 Prozent auf 1,4 Millionen Quadratmeter zurück.

Abb.: Flächenumsatz an den Top-5-Standorten und den übrigen Märkten (in Quadratmeter)

*Abschlüsse über 5.000 m², Quelle: CBRE Research, Q4 2021.

Ausblick auf 2022

„Wir erwarten für 2022 weiterhin eine äußerst große Nachfrage nach Industrie- und Logistikimmobilienflächen. Erneut wird der Markt von der Herausforderung bestimmt sein, den Nutzern die entsprechenden Flächen zur Verfügung zu stellen. Möglich kann das nur sein, wenn die Entwickler ihre umfassenden Aktivitäten zur Brownfield-Revitalisierung fortsetzen und Gemeinden neue Flächen ausweisen“, sagt Koepke. „Dennoch kann die absehbare Angebotsverknappung in den meisten nachgefragten Regionen dazu führen, dass sich die letztjährigen Rekord-Flächenumsätze nicht wiederholen lassen.“

ANZEIGE

„2021 war ein absolutes Rekordjahr am deutschen Industrie- und Logistikimmobilienmarkt.“

Rainer Koepke

Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland

Lesen Sie auch

Zahl der Projektentwicklungen bleibt hoch

Zahl der Projektentwicklungen bleibt hoch

Projektentwicklungen finden in Deutschland nicht nur in den großen Städten und ihrem Umland statt, sondern flächendeckend und mit hohen Volumina auch in der Peripherie. Das zeigen die Ergebnisse einer Kurzstudie von Bulwiengesa.

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Laut Analyse von CBRE erreichte der Industrie- und Logistikimmobilienmarkt in NRW 2022 einen Flächenumsatz von 1,55 Millionen Quadratmetern. Damit lag der Umsatz 15 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Im Schlussquartal fiel er besonders gering aus.

Neubauvolumen 2022 leicht rückläufig

Neubauvolumen 2022 leicht rückläufig

Mit einem leichten Rückgang hat laut Logivest der Logistikimmobilienmarkt das Jahr 2022 in puncto Neubauvolumen abgeschlossen. Mit insgesamt rund 5,1 Millionen Quadratmetern Logistikneubaufläche waren es rund 400.000 Quadratmeter weniger als 2021.

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Flächenmangel zeigt sich in NRW immer deutlicher

Laut Analyse von CBRE erreichte der Industrie- und Logistikimmobilienmarkt in NRW 2022 einen Flächenumsatz von 1,55 Millionen Quadratmetern. Damit lag der Umsatz 15 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Im Schlussquartal fiel er besonders gering aus.

Das neueste

Beliebt bei unseren Lesern

Garbe Industrial Real Estate vermietet in Burscheid

Garbe Industrial Real Estate hat auch für die zweite Immobilie, die das Unternehmen auf einem 40.800 Quadratmeter großen Grundstück in Burscheid bei Leverkusen entwickelt, bereits vor Fertigstellung einen Mieter gefunden. Genutzt wird die neue Halle künftig von dem...

Panattoni blickt zuversichtlich ins neue Jahr

Panattoni zieht Bilanz: Der Entwickler blickt nach eigenen Angaben auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurück – und ist zuversichtlich für das Jahr 2023. So begrüßte das Unternehmen im vergangenen Jahr die Entwicklung des insgesamt 100sten Projektes seit seinem...

Deutschland und seine Logistikregionen

Newsletter abonnieren!

Der kostenlose Newsletter für erstklassige Informationen aus der Welt der Logistikimmobilien.

Aus unseren Rubriken

VGP meldet starkes Geschäftsjahr 2021

VGP hat die Ergebnisse für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2021 veröffentlicht. Demnach erzielte die belgische Unternehmensgruppe ein Rekord-Nettoergebnis von 650,1 Millionen Euro. Das bedeutet einen Anstieg um 75,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Grüne Logistik fängt bei der Immobilie an

Seit einiger Zeit dreht sich bei Logistikimmobilien vieles um Nachhaltigkeitskriterien, deren Einfluss und Realisierungsmöglichkeiten. Doch welche dieser Kriterien und Maßnahmen können bei Logistikimmobilien mittlerweile als Standard vorausgesetzt werden und wo herrscht noch Klärungsbedarf? Ein Ramp One-Gastbeitrag von Natalie Weber.

Flächen im Güterverkehrszentrum Jade-Weser-Port im Fokus

Mit dem Einstieg von Hapag-Lloyd und der Ankunft des ersten Containerzuges aus Hefei/China über die Seidenstraße war der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven zuletzt wieder verstärkt in den Medien präsent. Projektentwickler und Unternehmen hatten Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen allerdings bereits zuvor fest im Blick. Noch gibt es freie Flächen. Noch …

Garbe meldet Vollvermietung in Magdeburg

Garbe Industrial Real Estate hat ihr rund 86.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Sülzetal südlich von Magdeburg komplett vermietet. Die zuletzt noch verfügbare Fläche wird künftig ein global tätiger, norddeutscher Logistikdienstleister nutzen.

Palmira akquiriert für European Core Logistics Fund

Palmira hat ein weiteres Objekt für den European Core Logistics Fund (ECLF) erworben. Verkäufer ist ein privater Investor. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Es ist bereits das vierte Objekt, das der Investor und Asset-Manager in diesem Jahr für den Fonds akquiriert hat.