ANZEIGE
Spies
Das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider
14.09.2023

Logistikrenditen haben Bodenbildung nahezu erreicht

Nach einer Analyse von Garbe Research hat die „Schockstarre“ auf dem Investmentmarkt auch das erste Halbjahr 2023 geprägt. Doch sie könne sich nach Ansicht der Analysten bald lösen – sofern die Zinsentwicklung konstant bleibt.
©: Garbe
Die Garbe Pyramid-Map bietet eine Übersicht zu Spitzenmieten und Nettoanfangsrenditen für die 123 wichtigsten europäischen Teilmärkte für Logistikimmobilien in 23 Ländern.
Foto: Garbe

Nach einer Analyse von Garbe Research hat die „Schockstarre“ auf dem Investmentmarkt auch das erste Halbjahr 2023 geprägt. Doch sie könne sich nach Ansicht der Analysten bald lösen – sofern die Zinsentwicklung konstant bleibt. In vielen Märkten zeige sich, dass die stärkste Preiskorrektur bereits Ende 2022 stattfand und die Dynamik in den ersten zwei Quartalen nachgelassen hat. Bis zum dritten beziehungsweise vierten Quartal kann damit die langersehnte Preisstabilität einsetzen, die Investoren benötigen.

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Der Logistikflächenumsatz ließ laut Garbe im gleichen Zeitraum ebenfalls nach. Dies wird zu einem gewissen Anteil mit der konjunkturellen Lage begründet. Es zeige sich aber vor allem, dass das Angebot an (neuen) Mietflächen zu gering ausfällt. Die Flächennachfrage übersteigt das Angebot an Grundstücks- und Mietflächen in den meisten Logistikregionen weiterhin deutlich. Als Konsequenz aus dem anhaltend hohen Nachfragedruck stiegen die Spitzenmieten im ersten Quartal nochmals deutlich an. Im zweiten Quartal zeigte sich dann eine geringere Wachstumsdynamik.

Zu diesen Erkenntnissen kommt Garbe Research in seiner aktuellen Garbe Pyramid-Map zum ersten Halbjahr 2023. Teilmärkte im UK mit besonders starken Mietpreisanstiegen

Im Laufe des ersten Halbjahres 2023 verzeichneten vor allem die Teilmärkte im Vereinigten Königreich besonders starke Mietpreisanstiege, darunter insbesondere London (+4,60 Euro/Quadratmeter), London-Heathrow (+2,00 Euro/Quadratmeter) und Glasgow (+1,00 Euro/Quadratmeter). Daneben stechen europaweit auch einige Teilmärkte im Westen Deutschlands – allen voran Köln (+1,10 Euro/Quadratmeter), Dortmund (+1,00 Euro/Quadratmeter) und Düsseldorf (+0,80 Euro/Quadratmeter) – sowie München (+0,80 Euro/Quadratmeter) mit hohen Zuwächsen heraus. Insgesamt lagen die Mietpreissteigerungen auf den Logistikimmobilienmärkten in Europa im Mittel bei +0,44 Euro/Quadratmeter.

Investmentmarkt Europa

Die Akteure auf dem europäischen Investmentmarkt für Logistikimmobilien haben im ersten Halbjahr sehr zurückhaltend agiert. Das Transaktionsvolumen ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp zwei Drittel zurück. Die Folge war eine weitere spürbare Dekompression der Spitzen-Nettoanfangsrenditen im ersten Halbjahr 2023. Der Anstieg geht dabei vor allem auf das erste Quartal zurück, wo die Renditen im Mittel um 30 Basispunkten zulegten. Im zweiten Quartal nahm die Dynamik mit durchschnittlich 10 Basispunkten dann schon deutlich ab. Innerhalb Europas zeigten sich dabei unterschiedliche Dynamiken.

Die teuersten Märkte befinden sich nach wie vor in Deutschland. Je nach Region stiegen die Spitzen-Nettoanfangsrenditen zwischen 30 und 60 Basispunkte an und lagen zwischen 4,0 Prozent (Berlin, München) und 5,9 Prozent (Saarbrücken). Insgesamt wurden zur Jahresmitte europaweit keine Renditen mehr von unter vier Prozent erzielt.

Ausblick

Die Unsicherheit vor allem auf dem Immobilieninvestmentmarkt, aber auch in der Gesamtwirtschaft, ist nach wie vor ein gewichtiger Faktor. Aber die Inflationsbekämpfung zeigt Wirkung, sodass die Zinsentwicklung sich allmählich stabilisiert. Es zeichnet sich bei den Renditen zunehmend eine Bodenbildung ab. Garbe rechnet daher mit einer ersten Entspannung auf den Märkten zum Jahresende, sofern sich diese Entwicklung fortsetzt. Die Flächennachfrage bleibt 2023 robust, wird aber spürbar schwächer als in den vergangenen Jahren ausfallen. Angesichts sinkender Neubautätigkeiten bei geringen Leerstandsquoten bleibt der Nachfrageüberhang erhalten, sodass sich der Anstieg der Spitzenmieten weiter fortsetzt – wenn auch auf moderaterem Niveau als in den vergangenen Jahren.

Hier finden Sie weitere Zahlen und methodische Informationen

ANZEIGE

„In vielen Logistikregionen ist der Mangel an Flächenpotenzialen weiterhin ein akutes Thema.“

Adrian Zellner

Head of Business Development bei Garbe

ANZEIGEN

Lesen Sie auch

Warum Logistikimmobilien jetzt Daten liefern müssen

Warum Logistikimmobilien jetzt Daten liefern müssen

Für Luxstream-Geschäftsführer Rolf Neubauer ist klar: Energieeffizienz wird zum festen Bestandteil der wirtschaftlichen Performance einer Immobilie. Warum Eigentümer bei neuen Projekten Effizienz und Digitalisierung zusammendenken sollten, erläutert er in einem exklusiven Gastbeitrag für Ramp One.

Light-Industrial-Markt gewinnt 2025 an Stabilität

Light-Industrial-Markt gewinnt 2025 an Stabilität

Der deutsche Markt für Light-Industrial-Immobilien hat sich 2025 insgesamt widerstandsfähiger gezeigt als im Vorjahr. Laut dem aktuellen Marktbericht der Initiative Light Industrial kletterte das Transaktionsvolumen um 35,4 Prozent auf rund 1,61 Milliarden Euro.

Bauakademie veröffentlicht Neo Logistics Impact Report

Bauakademie veröffentlicht Neo Logistics Impact Report

Die Bauakademie hat ihren neuen „Neo Logistics Impact Report“ vorgelegt. Der Marktbericht dokumentiert aktuelle Kennzahlen zu Betriebskosten, Energieverbrauch und Nachhaltigkeit von Logistikimmobilien in Deutschland. Demnach nehmen die Betriebskosten kontinuierlich zu.

Light-Industrial-Markt gewinnt 2025 an Stabilität

Light-Industrial-Markt gewinnt 2025 an Stabilität

Der deutsche Markt für Light-Industrial-Immobilien hat sich 2025 insgesamt widerstandsfähiger gezeigt als im Vorjahr. Laut dem aktuellen Marktbericht der Initiative Light Industrial kletterte das Transaktionsvolumen um 35,4 Prozent auf rund 1,61 Milliarden Euro.

Das neueste

Webtalk: On the Road to Expo Real

Webtalk: On the Road to Expo Real

Am 1. Oktober war Ramp One, das Medium für Logistikimmobilien-Entscheider, live auf Sendung. Fein portioniert diskutierten Branchenexperten im Vorfeld der Messe Expo Real Themen, die die Branche bewegen: das neue ESG-Label der Initiative Logistikimmobilien, die Logix-Studie zur kommunalen Wärmeplanung, den in diesem Jahr wieder ausgelobten Logix Award sowie das exklusive Interview mit Jan Dietrich Hempel im DVZ-Themenheft Logistikimmobilien.

WEITERLESEN

Beliebt bei unseren Lesern

Robert C. Spies erreicht Vollvermietung

Die KS Logistik GmbH, ein Unternehmen der Kromberg & Schubert Gruppe, hat eine rund 10.000 Quadratmeter große Hallenfläche in einem Logistik- und Produktionszentrum an der A 2 in Rinteln langfristig angemietet. Mit der Vermietung ist das Gewerbeobjekt pünktlich...

Europäischer Logistikmarkt erzielt 2021 Rekordergebnisse

Der Flächenumsatz auf dem europäischen Logistikmarkt verzeichnete im Jahr 2021 Rekordwerte mit einem Anstieg von 29 Prozent in den sechs führenden Märkten. Treiber der Entwicklung waren allen voran der wachsende Online-Handel und der allgemeine Konjunkturaufschwung....

MLP meldet Baustart in Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen erfolgt der der Startschuss für eines der größten Bauprojekte der Stadt. In Schalke-Nord auf dem Gelände des ehemaligen Thyssen-Drahtwerks entwickelt die MLP Group den Business Park Schalke. In Zusammenarbeit mit der Stadt Gelsenkirchen sollen dort...

Ramp One 2026

Deutschland und seine Logistikregionen

Newsletter abonnieren!

Der kostenlose Newsletter für erstklassige Informationen aus der Welt der Logistikimmobilien.

Aus unseren Rubriken

MLP Group erreicht 2025 Bestwert bei Vermietungen

Der Logistikpark MLP Pruszków II bei Warschau ist eines der Schlüsselprojekte im Portfolio des Entwicklers. Erst im Februar 2026 erweiterte der Elektronikanbieter Cordon Electronics die angemietete Fläche und verlängerte den bestehenden Mietvertrag.

Die MLP Group hat im Geschäftsjahr 2025 Mietverträge über insgesamt 370.941 Quadratmeter unterzeichnet und damit ein für das Unternehmen „historisches Vermietungsergebnis“ erreicht. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozen