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Marktbefragung: Logistikimmobilien sind Krisengewinner – aber mit Risiken
Die Stimmung unter Anbieter von Logistikimmobilienfonds hat sich krisenbedingt zwar leicht eingetrübt, dennoch erwarten nahezu drei Viertel der Befragten in den kommenden drei Jahren Mietpreiszuwächse bei Logistikimmobilien. Das sind Ergebnisse einer Marktbefragung der Ratingagentur Scope, einem Analyse- und Bewertungsunternehmen mit Sitz in Berlin.
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Logistikimmobilien sind gefragt: Sie werden in Zukunft vermehrt auch offene Immobilienfonds bereichern, ermittelte Scope Analysis in einer Marktbefragung.
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Die Berliner Ratingagentur Scope hat 16 Anbieter von Logistikinvestments zur Einschätzung ihrer aktuellen und künftigen Lage befragt. Zusammen verwalten die Befragten mehr als 380 Mrd. EUR. Ergebnis: „Die Erwartungen der Anbieter sind für 2020 und 2021 für alle Segmente, in denen sie aktiv sind, zwar weiterhin positiv, ihre Stimmung ist aber krisenbedingt im Vorjahresvergleich gedämpft. Dies gilt insbesondere für Anbieter im Bereich Projektentwicklung“, berichtet Scope.

Demnach würden zwar Logistikinvestments durch den durch die Coronakrise beschleunigten Trend zum Online-Handel „deutlich robuster eingeschätzt als etwa die Bereiche Einzelhandel und Hotel“. Infolge der Krise achteten Investoren aber verstärkt auf die Branchen, in der die Mieter der Logistikimmobilien tätig sind. „Während der Online-Handel, die Lebensmittel- und Pharmalogistik relativ krisenresistent sind, sind die Vermietungsrisiken in der Automobilindustrie einschließlich ihrer Zulieferer und im Maschinenbau gestiegen“, lautet ein weiteres Ergebnis der Marktbefragung.

Steigende Mieten erwartet – zumindest auf Dreijahressicht

73 Prozent der Befragten erwarteten – trotz Coronakrise – Mietpreiszuwächse bei Logistikimmobilien in den kommenden drei Jahren. 27 Prozent rechneten mit Stagnation. „Gute Lagen in den Ballungsräumen werden teurer, während Logistikzentren in ländlichen Regionen weniger stark gefragt sind“, heißt es weiter. So müssten eher Logistikregionen mit industrieller Prägung und Abhängigkeit von krisenanfälligen Branchen mit Mietpreisrückgängen rechnen.

Kurzfristig betrachtet seien die Angebotsmieten von Jahresbeginn bis Juni um 8,6 Prozent und im Jahresvergleich um 3,4 Prozent gesunken. Lediglich der Ballungsraum Berlin, der am geringsten industriell geprägt sei, war von dieser Entwicklung ausgenommen. „Er zeigt sogar eine deutliche Steigerung der Angebotsmieten im Juni im Vergleich zum Jahresbeginn von 14,5 Prozent. Die Renditeerwartungen der Befragten liegen zu 60 Prozent zwischen 4 und 5 Prozent.“

Artikel

von Tim-Oliver Frische

Wie beurteilen Sie im laufenden Jahr (2020) die Situation für Ihr Unternehmen in den Geschäftsfeldern, in denen Sie aktiv sind?

gut

befriedigend

unbefriedigend

  • Offene Immobilien-Publikums-AIF (europäisch domiziliert) 67% 67%
  • 33% 33%
  • Offene Immobilien-Spezial-AIF 73% 73%
  • 27% 27%
  • Geschlossene Publikums-AIF (europäisch domiziliert) 75% 75%
  • 25% 25%
  • Geschlossene Spezial-AIF 83% 83%
  • 17% 17%
  • Fremdkapitalvehikel 67% 67%
  • 33% 33%
  • Projektentwicklungen 75% 75%
  • 25% 25%

Deutschland weiterhin im Fokus

Der Logistikstandort Deutschland ist für die Investoren im europäischen Kontext weiterhin am attraktivsten. 56 Prozent der Befragten schätzen ihn als attraktiv und sogar 44 Prozent als sehr attraktiv ein. Deutschland bleibe bei weitem der größte Markt in Europa, so Scope. Dafür sprechen die geografische Lage, die Infrastruktur, die Wirtschaftsleistung, die hohen Technologiestandards und nicht zuletzt die hohe Zahl an Einwohnern mit relativ hoher Kaufkraft, die als Konsumenten erreicht werden können.

Offene Immobilienfonds:
Mehr Ankäufe von Logistikimmobilien

Neben der Umfrage unter Anbietern von Logistikimmobilienfonds hat die Ratingagentur Scope bereits im Frühjahr 2020 die Manager offener Immobilienfonds zur voraussichtlichen Entwicklung der Anteile der Nutzungsarten in den Portfolios befragt. Ergebnis: 44 Prozent der Anbieter von offenen Immobilienfonds planen in den kommenden drei Jahren verstärkt Ankäufe von Logistikimmobilien. Nur 6 Prozent gehen von Verkäufen aus. Bei den Einzelhandelsimmobilien überwiegen dagegen die Verkaufsabsichten. 22 Prozent der Befragten ziehen Verkäufe in Betracht und nur rund 17 Prozent gehen von Ankäufen aus.

Scope Analysis ist Teil der Scope Group, einem Anbieter von unabhängigen Ratings und Risikoanalysen aller Anlageklassen mit Hauptsitz in Berlin. Scope Analysis ist spezialisiert auf die Analyse und Bewertung von Asset-Management-Gesellschaften, Zertifikate-Emittenten sowie Mutual Funds (offene Investmentfonds, d. Red.) und Alternativen Investmentfonds aus den Bereichen Immobilien, Schiff- und Luftfahrt, erneuerbare Energien und Infrastruktur. Scope Analysis erstellt ein kontinuierliches Risiko-Monitoring und unterstützt institutionelle Investoren (unter anderem Kreditinstitute, Versicherungen, Investment- und Kaptalgesellschaften, d. Red.).

Logistikstandort Deutschland

%

Attraktiv

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Sehr attraktiv


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EC-Logistics

Quelle: Scope Analysis

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